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Termine

Die ACA-Belegstelle Geisl Grundalm

Eine tolle Werbung für die Imkerei und die Carnica!

„Wenn die Biene von der Erde verschwindet,

dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.

Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr,

keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr,

keine Menschen mehr.”

Diesen Satz soll Albert Einstein einmal gesagt haben.

Einladung zur Mitgliederversammlung 2009

die diesjährige Mitgliederversammlung findet am Samstag, 20. Juni 2009 (rund 20 Uhr), nach dem Fachvortrag von Dr. Ralph Büchler im Gasthaus Florianihof (GH Schuster), Lanzendorfer Hauptstr. 9, 2139 Lanzendorf (Mistelbach; Tel. 02572 2626) statt.

15. ACA-Tag

28. und 29. Juni 2008 fand in

Hollersbach, im Salzburger Pinzgau eine dank Walter Lassacher + Team + Salzburger Freunde eine wunderschöne Veranstaltung statt: Dank allen, die die bestens organisierte Tagung ausgerichtet haben!!!

Das Programm lief zur Zufriedenheit aller laut Plan ab. Ein Bericht über die hochkarätigen Vorträge von Dr. Franz Stürmer ("Bienenlehrpfad Hollersbach"), Prof. Dr. Karl Crailsheim ("Wirtschaften Bienen sparsam") und Prof. Dr. Niko Koeniger ("Zucht und Paarungsbiologie der Honigbiene" wird später in diese Seite gestellt


Termine von Veranstaltungen der ACA

Wiegenwald, Nationalpark Hohe Tauern

Hollersbach


Andere interessante Termine (ÖIB)...

Dr. Hermann Pechhacker ACA Österreich hc.pechhacker@aca.at

Titel:

Die Rolle der Merkmalsbeurteilung in der Zucht

Historische und neue Methoden und ihr Wert für Schutzprogramme

Eine außergewöhnlich hohe Teilnehmerzahl besuchte am 15. November in Bad Segeberg die herbstliche D.I.B.-Züchtertagung mit dem Thema „Merkmalsbeurteilung“. Dies mag zum einen am hochkarätigen Vortragsprogramm und andererseits am wunderbaren Ambiente der 100-jährigen Imkerschule Bad Segeberg gelegen sein.

Die Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e.V., Anke Last, stellte nach ihren Grußworten die Einrichtung vor, von der seit jeher Impulse für die Zucht ausgehen.

Anhand der Geschichte zeigte Friedrich K. Tiesler die „Bedeutung der Merkmalsbeurteilung in der Bienenzucht“ auf. Die Grundlagen schuf Goetze mit der Unterscheidung der drei europäischen Bienenrassen Apis mellifera mellifera, A.m. carnica und A.m. ligustica. Friedrich Ruttner verbesserte dann die methodischen Voraussetzungen und Dorothea Kauhausen-Keller verfeinerte die Merkmalsbeurteilung durch Einbeziehung von bis zu 35 Körpermerkmalen so weit, dass selbst Carnica-Zuchtrichtungen (z.B. Sklenar, Peschetz, Bukovsek, Celle, Lunz) unterschieden werden können. Durch Paarungskontrollen (instrumentelle Besamung, Insel- und Landbelegstellen mit einem Carnica-Gürtel) konnte erreicht werden, dass heute 95 % der Carnica-Zuchtköniginnen dem Standard entsprechen. Dies beeinflusste auch die nicht züchterische bearbeitete „Landpopulation“, so dass die Überprüfung der Paarungssicherheit der Belegstellen durch die Merkmalsbeurteilung heute schwieriger geworden ist. Tiesler betonte, dass die Berücksichtigung der Körpermerkmale die Zuchtauslese nicht einschränkt.

Zur Erblichkeit der Körpermerkmale

Auch die Messung der Körpermerkmale der Honigbienen unterliegt Schwankungen, die nicht nur auf erbliche Komponenten zurückzuführen sind. Eine Analyse der Merkmalsbeurteilungen von 1960 bis 1984 an deutschen Carnica-Völkern ergab – laut Prof. Dr. Kaspar Bienefeld – bei den Merkmalen Cubital-Index, Haarlänge, Filzbindenbreite und bei der Haarfarbe der Drohnen Jahreseinflüsse aber auch Einflüsse der Untersuchungsstelle in unterschiedlicher Größenordnung. Der Einfluss der Untersuchungsstelle war bei der Haarlänge besonders groß.

Die Erblichkeit dieser Merkmale ist mit größer 1 beim Cubital-Index am höchsten, gefolgt von der Filzbindenbreite mit 0,9 und der Haarfarbe der Drohnen mit 0,4 sowie der Haarlänge mit 0,3. 1960 lag der durchschnittliche Cubital-Index der vermessenen Arbeitsbienen (der Carnica) bei 2,68. Dieser durchschnittliche Cubital-Index stieg dann aufgrund von Selektion ständig an und betrug um 1982 bereits 3,08.

Eine Umfrage unter Züchtern aus dem Jahr 1987 über die Wertigkeit der Volkseigenschaften in ihrer Zucht ergab für die Honigleistung 48 von möglichen 100 Punkten, für die Sanftmut 17, für die Frühjahrsentwicklung 8, Winterfestigkeit 7,5, Wabensitz 7, Volksentwicklung 6,7, Schwarmneigung 6,3 und für die Körpermerkmale sogar nur mit 5,8 Punkte. Analysiert man aber die wirklichen Zuchtentscheidungen der Züchter anhand der Qualität der Eltern, so fand man in den Jahren zwischen 1960 – 1980 eine sehr starke Beachtung des Merkmals „Cubital-Index“, was zu seinem deutlichen Anstieg führte.

Wegen der hohen Erblichkeit und der geringen Beeinflussung durch die Untersuchungsstelle gibt der Cubital-Index eine sichere Aussage über die Veranlagung eines Bienenvolkes für dies Merkmal. Da es jedoch keinen Zusammenhang zwischen dem Merkmal Cubital-Index und der Honigleistung, sowie Wabensitz oder Schwarmneigung gibt, kann der Cubital-Index kein Selektionsziel darstellen, sondern nur als Hinweis zur Erkennung der Reinpaarung dienen.

Zusammenfassend stellte Bienefeld fest:

Ø Körpermerkmale haben eine hohe Erblichkeit und sind daher zur Überprüfung der Reinpaarung prinzipiell geeignet

Ø der Nutzen der Körpermerkmale zur Überprüfung der Reinpaarung ist aber nur dann hoch, wenn die „Fremdpopulation“ sehr verschieden ist

Ø Fehlpaarungen, mit selten vorkommenden Nachkommen (also bspw. nur einer von 12 Gatten), können leicht übersehen werden. Eine Kontrolle in nachfolgenden Generationen ist sinnvoll.

Erstellung einer Merkmalsdatenbank

Neben der bereits bestens etablierten Zuchtdatenbank soll nun eine Merkmalsdatenbank erstellt werden, so dass nur die Bienenproben auf dem Postweg an die Untersuchungsstelle gesandt und dann die Daten an die zentrale Datenbank weitergeleitet werden können. In der zentralen Datenbank werden alle Daten optimal und sicher archiviert. Durch abrufen der Daten einer Königin kann der zuständige Zuchtobmann einem Züchter einen Körbescheid ausstellen. Nicht zulässige Abweichungen werden automatisch erkannt. Gleichzeitig wird eine Übersicht über die Gesamtheit der gekörten Völker eines Verbandes, einer Belegstelle und nachträglich eine Kontrolle von Fehlpaarungen ermöglicht. Bis zum kommenden Frühjahr sollen alle Fragen der Zugriffsrechte geklärt und die Programmierung abgeschlossen sein.

Der Anteil merkmalsmäßig zulässiger Carnica-Bienen liegt laut Ingrid Müller (Merkmalsuntersuchungsstelle des Landesverbands Imker Weser Ems) bei allen Landesverbänden zwischen 93 und 100 %, der Gesamtdurchschnitt lag bei 99 %. Das heißt, bei den meisten Landesverbänden waren 100 % der untersuchten Proben zulässig. Bei den untersuchten Drohnen lag die Zulässigkeit mit durchschnittlich 94 % niedriger.

Vom Cubital-Index zu den Mikrosatelliten

Die Möglichkeiten traditioneller und molekularer Methoden zeigte Dr. Marina Meixner auf. Während die Messung von Körpermerkmalen einfach und kostengünstig, und für Routinemessungen ausgereift und gut standardisiert ist, fehlt es bei eng verwandten Individuen an Differenzierungsmöglichkeiten. Die DNA-Analysen sind relativ aufwendig und teuer, haben aber beinah unbegrenzte Differenzierungsmöglichkeiten, sind vielseitig und noch weiter entwicklungsfähig. Aus diesem Grunde werden sich morphometrische und molekulargenetische Analysen langfristig sinnvoll ergänzen.

Dunkle Biene in Österreich

Es gibt noch eine kleine, züchterisch bearbeitete Population der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera) in Salzburg und Tirol fand der Autor bei seiner Analyse heraus. 89 % der Reinzuchtvölker entsprechen dem Rassestandard sowie 55 % der standbegatteten Völker. Dies kann als Beweis angesehen werden, dass noch ein Rest einer dunklen „Landpopulation“ vorhanden ist. Das ist für ein künftiges Schutzprogramm von großer Bedeutung. Die Beurteilung der Sanftmut bei den beprobten Völkern mit belegstellenbegatteten Königinnen lag zu 95 % bei sehr sanft. Die Völker mit standbegatteten Königinnen waren aber im Durchschnitt signifikant weniger sanft und sie haben im Durchschnitt auch einen höheren Cubital- und Hantelindex. Das Merkmal Filzbindenbreite korreliert wesentlich stärker mit dem Cubital-Index als die Haarlänge. Die Ergebnisse zeigen, dass die Merkmalsbeurteilung in der gegebenen Situation wertvolle Informationen für die Zucht und den Schutz der Mellifera liefern.

Die Dunkle Biene auf Laeso

Auf der 144 km2 großen „Heidekrautinsel“ Laeso werden rund 580 Bienenvölker gehalten. Davon sind etwa 250 Melliferavölker. Die restlichen Ligustica oder Kreuzungsbienen. Dr. Per Kryger aus Dänemark hatte den Auftrag, den „Bienenkrieg auf Laeso“ zu befrieden. Zum einen sollte geklärt werden, ob die Population der Mellifera schon so vermischt ist, dass sie als Hybriden bezeichnet werden müssen, ob die Maßnahmen zum Schutz der Mellifera ausreichend sind und ob diese Population noch überlebensfähig ist.

Nach einer Bestandeserhebung 2005 wurde die Insel in verschiedene Zonen eingeteilt. Die Versuchsdaten zeigten, dass mit nur 6 km Paarungsdistanz sehr gute Ergebnisse erzielt wurden und dass durch die Einteilung der Insel in die drei Zonen die Mellifera durchaus rein gehalten werden kann.

Rassenzucht in der Schweiz

Es gibt in der Schweiz vier Zuchtverbände – für Carnica, Sklenar (ebenfalls eine Carnica), Mellifera und Buckfast. Die französische Schweiz ist reines Carnicagebiet. Die Deutsch-Schweiz und der Tessin (hier gibt es gar keine Zuchtaktivitäten) sind Rassenmischgebiete. In der Deutsch-Schweiz gibt es je 6 Carnica- und Mellifera-Belegstellen und zusätzlich vier Carnica-Belegstellen in der französischen Schweiz. In der Deutsch-Schweiz gibt es noch rund 1000 Völker reine Mellifera, die nach Dr. Gabriele Soland (Schweiz) aber zu 48 % Bastarde sind. Für die Mellifera wurde ein Zuchtprogramm gestartet, bei dem auch auf den Rassestandard geachtet wird. Bisher wurden in der Zuchtauslese bei der Mellifera offenbar die Hybriden wegen einer besseren Honigleistung bevorzugt. Die Mellifera ist heute in der Schweiz wegen Verdrängung gefährdet. Durch die Vermischung der Rassen ist die Reinzucht sehr erschwert, aber möglich. Dr. Soland betonte, dass bei der Zucht in den Rassenmischgebieten die DNA-Analyse unumgänglich notwendig ist.

Alle drei letztgenannten Referate kamen zu dem Schluss, dass sowohl die Merkmalsbeurteilung wie die DNA-Analytik dazu beitragen, die stark gefährdete Dunkle Biene zu erhalten, aber dringend Zucht- und Schutzprogramme bzw. internationale Zusammenarbeit notwendig sind, damit diese in Europa ursprünglich am weitesten verbreitete Bienenrasse nicht endgültig verloren geht.

Alles in allem war diese Arbeitstagung eine fachlich hoch stehende Veranstaltung.

Der Verfasser und seine zwei Begleiter aus Österreich bedanken sich auf diesem Weg beim Zuchtobmann des DIB, dass sie an dieser Tagung teilnehmen durften.

ADIZ, Februar 2009


17. ACA-Tag und nächste ACA - Mitgliederversammlung am Samstag, 26. Juni 2010 in St. Valentin bei den Kollegen Geiblinger / Marcher

Rundschreiben April 2010 siehe Aktuelles

ACA-Belegstellendienst 2010 siehe unter Belegstellen