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Aus der Wissenschaft

Aktuelles . . .

Das COLOSS - Projekt ist gestartet! Über 600 Bienenvölker werden quer durch Europa auf ihre Vitalität und Überlebensfähigkeit getestet. Die ARGE Bienenforschung BOKU bzw. die ACA werden an der Prüfung (von Carnicalinien) mitmachen. Es wird demnächst ausführlicher darüber berichtet (29.5.09)

Predator-prey interaction between drones of Apis mellifera carnica and insectivorous birds (M. Kärcher, P. Biedermann, N. Hrassnigg and K. Crailsheim; Sheffield, Bern, Graz)

Auf Drohnensammelplätzen kommt es zu bestimmten Tageszeiten zu einer großen Massierung von Insekten. Es wäre daher nahe liegend, dass zum Beispiel insektenfressende Vögel wie Schwalben diese Drohnensammelplätze aufsuchen, um das reichliche Nahrungsangebot auszunutzen. In diesem Zusammenhang wurde das Verhalten zweier Schwalbenarten studiert. Dabei wurde festgestellt, dass die Schwalben extrem sporadisch und nicht gezielt die Drohnensammelplätze zum Insektensammeln aufsuchten.

Unsere Anmerkung: Man muss daher annehmen, dass die imkerliche Aussage „Die Schwalben fressen die Drohen oder die Königinnen auf dem Hochzeitsflug“ in das Imkerlatein einzureihen sind.

HP, 09.08

Apidologie 39 (2008) 310-314

"Migration dances" in swarming colonies of the honey bee, Apis mellifera

Lewis, L.A. and Schneider S.S., Charlotte, USA

Der Migrations-Tanz kann bei den tropischen Honigbienen beobachtet werden, wenn sie eine saisonale Wanderung vorbereiten. Die Arbeit von Lewis und Schneider zeigt, dass es auch bei der europäischen Honigbiene in der Schwarmvorbereitung ähnliche Tänze gibt. Verglichen mit den zur gleichen Zeit stattfindenden Schwänzeltänzen fehlen beim Migrationstanz das 8-er-Muster, es wird nicht direkt rekrutiert, er teilt extreme, aber sehr unterschiedliche Entfernungen mit und teilt keine konsequenten Richtungen mit.

Apidologie 39 (2008) 372-385

Nosema ceranae has infected Apis mellifera in Europe since at least 1998 and may be more virulent than Nosema apis

Paxton R.J., Julia Klee J. (beide Belfast, England), Korpela S. (Jokioinen, Finland) und Ingemar Fries I. (Uppsala, Schweden)

Nosema ceranae, eine Microsporidae, die ursprünglich nur auf der asiatischen Honigbienenart Apis cerana vorkam. Diese Nosemart wurde nun nach Europa eingeschleppt und sie nutzt unsere europäische Biene Apis mellifera als Wirt.. Wie jetzt die Untersuchungen zeigten, ist dieser Bienenparasit mindestens schon seit 1998 in Europa (Finnland) aufgetreten. Es wird angenommen, das beide Arten – Nosema apis (der natürliche Parasit von Apis mellifera – und Nosema ceranae sich gleich stark in den Völkern der europäischen Biene vermehren. Es stellte sich aber heraus, dass Apis ceranae eine signifikant höhere Mortalität bei den Völkern hervorruft.

Apidologie 38 (2007) 566-572

Honey bee colonies that have survived Varroa destructor

Yves Le Conte, Gérard de Vaublanc, Didier Crauser, François Jeanne, Jean-Claude Rousselle and Jean-Marc Bécard ; Frankreich

In Frankreich wird eine Bienenpopulation ohne Varroabehandlung gehalten. Es wurde ein Vergleich zwischen diesen und behandelten Völkern angestellt. Varroabefall verursachte bei den Völkern aus der unbehandelten Population keine Verluste. Im Durchschnit überlebten diese Völker 6,54 Jahre. Einige dieser Völker überlebten 11 Jahre ohne Behandlung. Die Schwarmtendenz dieser Völker war im Durchschnitt mit 41,50 % pro relativ hoch. Die Honigleistung ist aber bei den behandelten Völkern um das 1,7-fache höher.

Unsere Anmerkung: bei dem Versuch mit den unbehandelten Völkern über so viele Jahre handelt es sich um eine harte natürliche Selektion. Es stellt sich nun die Frage, wie groß die Erblichkeit dieser hohen Überlebensrate ohne Varroabehandlung ist. Sicher bewirkt die hohe Schwarmtendenz auch gegen eine zu starke Varroavermehrung, haben doch Schwarm und Muttervolk eine längere brutfreie Zeit und beim Schwarmvorgang haben sie sich vorher die Milben „geteilt“.

Apidologie 38 (2007) 573-578

Small hive beetle, Aethina tumida, populations I: Infestation levels of honeybee colonies, apiaries and regions

Sebastian Spiewok (Deutschland), Jeff S. Pettis (USA), Michael Duncan, Robert Spooner-Hart (beide Australien), David Westervelt (USA) and Peter Neumann (Schweiz)

Der Small Hive Beetle (SHB; Kleiner Bienenbeutenkäfer) ist in den Bienenvölkern ein Parasit und „Aasfresser“. In der Studie wurden Befalls-Daten von 226 Völkern aus 31 Imkereien Südafrikas, Australiens, USA (Floridas und Maryland) gesammelt. In den Beuten wird die Häufigkeit des Käfers von der Anwesenheit von Bienen beeinflusst. Besonders im Brutnest ist der Käfer häufiger, wenn nicht ausreichend Bienen vorhanden sind. Völker in der Nähe von „honey house“ (zentralen Schleudereinrichtungen) oder Regionen mit höheren Schäden an den Bienenvölkern haben einen höheren Käferdruck. Es wird empfohlen, tote Völker sofort weg zu räumen und in den „honey houses“ die Käfervermehrung zu verhindern.

Apidologie 38 (2007) 595-605

Mating flight duration of Apis mellifera queens: As short as possible, as long as necessary

Nikolaus Koeniger and Gudrun Koeniger (Oberursel, Deutschland)

Die Mehrfachpaarung der Bienenkönigin verlängert die Dauer des Hochzeitsfluges und erhöht dadurch auch die Kosten und Risken für diese Königin. Unter der Bedingung einer limitierten Drohnenanzahl wurde die Hypothese getestet, ob es eine Schwelle für eine erfolgreiche Paarung bei einem Hochzeitsflug gibt. Bei 29 Test-Königinnen wurde eine signifikante negative Korrelation zwischen der Dauer des Hochzeitsfluges und der anzahl der Spermien in der Samenblase der Königin festgestellt. Je länger eine Königin bei einem Hochzeitsflug ausbleibt, desto weniger erfolgreich war dieser Hochzeitsflug. Das weist darauf hin, dass eine Königin während des Hochzeitsfluges eine kontinuierliche Information hat, wie erfolgreich dieser Hochzeitsflug ist. Die Gruppe der Königinnen mit einer Ausflugdauer unter 30 Minuten hatte 3,0 + 0,77 und die Gruppe, die länger als 30 Minuten ausblieb hatte nur 1,1 + 1,04 Mio. Spermien in der Samenblase.

Unsere Anmerkung: diese Versuchsergebnisse zeigen klar, wie wichtig es ist, auf einer Belegstelle ausreichend viele vitale Drohnen in den Völkern zu haben.

Apidologie 38 (2007) 606-611

1st World Honeydew Honey Symposium

International Honey Commission (IHC)

Tsarevo, Bulgaria, 1.8. – 3.8.2008

In Tzarvo (am Schwarzen Meer südlich vom bulgarische Burgas) fand das „1. Welt Honigtau Honig Symposium“ statt. Wissenschaftler aus 25 Ländern nahmen an diesem Symposium teil.

Der Titel der Tagung „1. Welt Honigtau Honig Symposium“ weist darauf hin, dass über viele Jahre das Thema Honigtau von der Wissenschaft eher vernachlässigt wurde. Dies kam auch etwas im Vortragsprogramm dieser Tagung zum Ausdruck, denn in den meisten Beiträgen ging es ausschließlich um die physikalisch-chemischen Eigenschaften der Waldhonige und die Herkunft, die Honigtauerzeuger und Aspekte der imkerlichen Nutzung oder der Bedeutung des Hongtau im Ökosystem der Natur wurden eher nicht behandelt. Allerdings zeigten die Referate deutlich, dass es überall auf der Welt Honigtau gibt, der von den Honigbienen auch genutzt wird.

Aktuelles von der 55. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung E.V. (Hohen Neuendorf 2008) – eine kurze Zusammenfassung (Hermann Pechhacker und Ortwin Lamprecht nahmen an der Tagung teil)

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dr. Werner von der Ohe erwähnte bei der Eröffnung der Tagung und im Bericht aus der Mitgliederversammlung:

- Die Bienenverluste der letzten Zeit wurden in der Presse übertrieben dargestellt (die Ergebnisse des Monitorings sehen nicht so dramatisch aus). Allerdings wurde die Biene dadurch verstärkt in das öffentliche Interesse gerückt

- 2007 hat es in Deutschland (laut Dr. Brasse) wieder Bienenschäden durch Pflanzenschutz mittel vor allem bei Kartoffel und Spargel gegeben – allerdings meist durch Fehlanwendung der Mittel

- In Deutschland wird es Programm unter dem Titel „Geprüfter Freizeitimker“ geben. Kurse und auch Prüfungen sind die Voraussetzung. Dies steht aber nicht in Kokurrenz zum Facharbeiter

- Die Standardzulassung für die organischen Säuren (Oxalsäure, Ameisensäure, Milchsäure) ist EU-weit in Frage gestellt und muss in Einzelzulassungen übergeführt werden

- Der gesundheitliche Wert des Honigs soll mehr in Öffentlichkeit gerückt werden

- Die deutschen Bieneninstitue führen seit drei Jahren ein Bienenmonitoring durch. Dieses Projekt wird weitergeführt

Einige kurze Zusammenfassungen von den vielen wissenschaftlichen Beiträgen:

SCHÄFER M.O. (Freiburg) berichtete von Versuchen über das Verhalten des Small Hive Beetle (SHB) in der Wintertraube der Bienenvölker. Fazit: der Käfer kann sehr wohl in einer Wintertraube überleben. Selbst unter extremen Bedingungen schafft es der SHB in die Wintertraube einzudringen, um dort sein Überleben zu sichern.

EYER M. (Liebefeld) wies nach, dass auch der SHB ein potentieller Überträger Viruserkrankungen sein kann.

BASILE R. (Würzburg) berichtete über Heizbienen und Futtertausch im Bienenvolk. Heizbienen pressen den Brustkörper auf die verdeckelten Brutzellen oder sie schlüpfen in eine leere Zelle im Brutnest, um die Brut zu wärmen. Diese Bienen verbrauchen mehr Energie als Bienen im Flug. Bei einem Absinken der Brutnesttemperatur wird den Heizbienen innerhalb einer Minute oder noch früher Futter angeboten.

DAINAT B. (Liebefeld) verglich den Befallsgrad durch Varroa destructor mit dem Virusbefall der Völker. Je mehr Varroamilben in einem Bienenvolk, desto höher ist der Virusbefall, desto weniger Bienen sind im Volk und desto geringer ist Überlebenschance der Völker über den Winter. Möglicherweise ist das ein Schlüssel für die Völkerverluste.

GISDER S. (Hohen Neuendorf) lieferte zu den Ergebnissen von DAINAT gleich einen Beweis: die Milben von verkrüppelten Bienen enthalten wesentlich höhere „Genomäquivalente DWV“ (DWV = Deformed Wing Virus) als die Milben von gesunden Bienen.

GARRIDO C. (Kirchhain) verglich die Volksentwicklung und den Varroa- und Virusbefall als Indikatoren für die Vitalität. Völker, die ohne Behandlung (im sogenannten Vitalitätsdtest) überleben, haben im Juli nur unter 1 Milbe pro 10 g Bienen, im August rund 2,5 und im September um 5 Milben pro 10 g Bienen. Im Gegensatz dazu haben die gestorbenen Völker im Durchschnitt schon im Juli rund 2,5 Milben und im August bereits über 10 Milben pro 10 g Bienen gehabt. Die überlebenden Völker waren im Oktober im Durchschnitt auch deutlich stärker (~18.000 Bienen) als die im Winter gestorbenen Völker (weniger als 15.000 Bienen). Die überlebenden Völker wiesen auch einen signifikant geringeren Virusbefall (Akuter Paralysevirus und Deformed Wing Virus) auf. Das Ziel dieser Untersuchungen ist die Festlegung von Schadschwellen für die in der Varroatoleranzzucht wichtigen Vitalitätstests.

BÜCHLER R. (Kirchhain) berichtet über Konzept und Ergebnisse der Selektion auf Varroatoleranz. Die Strategie lautet: Selektion auf möglichst breiter Basis (= einfache und effektive Auslesemerkmale, optimale Datenauswertung und effwektive Kooperation vieler Züchter und Prüfer) und anschließend als zweite Stufe eine Bewährung besonders ausgelesener Völker unter Befallsdruck (Vitalitätstest und Toleranzbelegstellen). Zur Merkmals Beurteilung wird die Varroaentwicklung im Bienenvolk (Frühjahrmilbenabfall als Ausgangsbefall und Bienenbefall im Juli) und zusätzlich vor allem von deutschen Prüfern das Brutausräumverhalten (Bruthygiene) herangezogen. Die Erblichkeit liegt bei h2 = 0,24 (Befallsentwicklung) bzw. bei 0,29 (Bruthygiene) in einem für die Zucht bereits guten Bereich. Der Vergleich der Zuchtwerte der im nachfolgenden Vitalitätstest überlebenden bzw. gestorbenen Völker (ZWVT 104,7 : 98,3 bei Befallsentwicklung und 105,- : 102,5 bei Bruthygiene) weist auf den guten Aussagewert des Zuchtwert „Varroatoleranz“ hin. Im Zusammenhang mit Varroatoleranzbelegstellen weist BÜCHLER darauf hin, dass wegen der Drohnenverluste und der verringerten Paarungseffizienz der Drohnen stärker befallener Völker die Anzahl der Drohnenvölker erhöht werden muss. Derzeit sind inclusive Unije bereits 6 Varroatoleranzbelegstellen in Betrieb.

ERHARDT K. (Hohen Neuendorf) schlägt einen Index aus den beiden Merkmalen „Befallsentwicklung“ und „Bruthygiene“ vor und erläutert die Vorteile der in der Zuchtwertschätzung 2008 bereits eingesetzten Methode.

Es wurden noch zahlreiche andere Referate gehalten bzw. Poster präsentiert.

Aktueller mail-Verkehr zwischen Chile und ACA (in englisch):

Dear Dr. Pechhacker,

Just received I resend you this notice for coments

Regards,

Alberto

---------- Forwarded message ----------
From: SOC. DE INVERS. CARMENCITA LTDA.

Breakthrough in Varroa mite battle
Dec 16, 2007 7:24 PM

A breakthrough by New Zealand scientists could end the threat to the honey and fruit export industry from the Varroa mite.

The tiny mite has been in New Zealand for seven years, infiltrating hives and feeding off bee larvae, wiping out bees in their millions and threatening fruit exports which rely on bees for pollination.

Until recently the only answer to killing the mites has been to douse hives in chemical miticides. But that is costly and its effects are waning.

HortResearch scientists from Hamilton's Ruakura Research Centre have come up with a better plan of breeding bees that are Varroa-resistant.

The scientists have been amassing carefully selected bees using artificial insemination. They then extract Varroa-resistant cells from some and individually inseminate that genetic material into others.

Once back in the hives the bees breed, building up strength and resistance.

"By continually doing inter-breeding we increase the frequency of that gene until the stock that we've got here, the best of it, 80% of the Varroa in those hives cant reproduce," says HortResearch Scientist Doctor Mark Goodwin.

Now the lab work is over the real test begins.

Fifty high-resistance hives of half a million bees are heading offshore. The destination is Great Mercury Island on the Coromandel Peninsula.

"Once the population's established here we can start producing queens, take cells off the island and providing them back to the industry so that they can start using genes on their own hives and reduce the dependence on insecticides," says Doctor Goodwin.

It will take about two years for mother nature to build up numbers and work her magic.


Source: ONE News

Und hier der gewünschte Kommentar:

Dear Alberto,

thank you for your mail.

Here are my comments:

Very often we got such kind of informations. The first time in Yugoslavia (now Croatia). Prof. Friedl Ruttner and I we visited a commercial beekeeper. He said “I never treated my colonies against Varroa, they are totals resitant” – but at midnight after many glasses Dingac (= delicious vino tinto) he admitted “ok. I treat them monthly”. Such kind of exciting news from scientists the first time I got 20 years ago. Tom Rinderer and Kulincevic (USA, Yugoslavia) wrote in Bee World or Amercian Bee Journal “we have a real Varroa tolerant honeybee”. Here in Austria we have 35 km far from Lunz a commercial beekeeper “Wir haben sie, die varroatolerante Biene”. He wrote a book about it and sold his queens for around 60 EURO. And one of the last news was the “Primorski bee” – again USA. A German beekeeper sold these Primorski queens for 700 US$ each (!!!). The German bee institutes made a scientific test and as a summary Prof. Niko Koeniger (UNI Frankfurt – bee institute Oberursel) said ironically “The Primorski bee is much more resistant than Carnica. Without treatment the Primorski colonies die one month later than Carnica colonies” and (not ironically) “but Primorski colonies are less productive, more swarming and much more aggressive”.

My conclusion:

In breeding and selection you never will have miracles and the only way to get a more resistant bees is a consequent selection work in a large population permantly over many many years, with good methods and under different environmental conditions! Doctor Goodwin´s "magic-bees" will have the same destiny like many other ones before.

Best regards and again A Happy New Year 2008! Hermann

HP, 27.12.07

Zusammenfassung / Abstract Dipl. Arbeit Julia Mayer (UNI Bodenkultur, Wien):

Apis mellifera mellifera in Osteuropa – morphometrische Variation und Bestimmung der Verbreitungsgrenze

(Marina D. Meixner, Miroslaw Worobik, Jersy Wilde, Stefan Fuchs, Nikolaus Koeniger)

Vermutlich reichte die Verbreitung der Unterart Apis mellifera mellifera von Frankreich bis zum Ural. Bisher war wenig über die Variabilität dieser Unterart in Osteuropa bekannt. In der vorliegenden Arbeit wurde eine umfassende morphometrische Analyse der Population in Osteuropa vorgenommen. 136 Proben aus Süd- und Nordost-Polen, Nordost- und Südost-Weißrussland und der Ukraine wurden untersucht. Diese Proben wurden mit Referenzproben der umgebenden Unterarten verglichen (A.m.carnica, A.m.ligustica, A.m.macedonica, A.m.caucasica und A.m.anatolica).

Die Proben aus Nordost-Polen und Nordost-Weißrussland waren eindeutig der Unterart A.m.mellifera zuzuordnen. Die Proben aus den südlichen Teilen dieser Länder oder aus der Ukraine waren gemischt. Aus älterer Literatur und der Ergebnisse dieser Arbeit ist zu schließen, dass es in diesem Gebiet eine ausgedehnte Hybridzone gegeben hat und gibt.

HP, 09.11.07

Apidologie 38 (2007) 259 – 267

Fortbestehen des Landes-Ökotyps von apis mellifera mellifera in Südwest-Frankreich: Bestätigung eines an die lokalen Bedingungen angepassten jährlichen Brutzyklus

(James P. Strange, Lionel Garnery, Walter S. Sheppard)

Im Jahr 1966 beschrieb Louveaux eine Honigbienen-Population in Südwest-Frankreich, die extrem an die Phänologie der lokalen Blütenpflanzen angepasst war. Die Bienenvölker in der Region zeigten zwei Höhepunkte im jährlichen Brutzyklus. Beide Peaks fielen zeitlich mit einem auffälligen Auftreten von blühenden Pflanzen im Frühsommer bzw. im Herbst zusammen. Dieser Brutzyklus wurde in keiner anderen Region Frankreichs beobachtet und hatte genetische Ursachen. Während viele Imker in dieser Region nach wie vor diese lokal angepasste Biene halten, haben verschiedene Berufsimker in den letzten 39 Jahren Bienenvölker aus anderen Teilen Europas importiert. Diese Importe und der Verlust der wildlebenden Bienenvölker durch die parasitische Milbe Varroa destructor ließ befürchten, dass die charakteristischen Eigenschaften der lokalen Population durch genetische Vermischung verloren gehen könnten.

Zwei Versuchsbienenstände im Zentrum der Region wurden errichtet. Zweimal pro Woche wurde die Brutfläche ermittelt, um den jährlichen Brutzyklus der Völker zu überprüfen. Zusätzlich wurde der Zeitpunkt zum Schwärmen, der Produktion von Drohnenbrut und die Anzahl der unbegatteten Jungköniginnen erfasst.

Der Brutzyklus wurde mit den Daten von Louveaux aus 1966 verglichen. 93,3 % der untersuchten Völker zeigten einen Brutverlauf, der mit den Ergebnissen von Louveaux ident war (wenn Völker mit brutlosen Phasen durch Umweiselung oder Schwärmen nicht einbezogen wurden).

Diese Ergebnisse werden nun dazu benutzt, um zusammen mit den Imkern der Region ein Programm zur Erhaltung der charakteristischen Eigenschaften dieses lokalen Ökotyps zu errichten.

HP, 09.11.07

Kleiner Bienen-Beutenkäfer

Kleiner Bienen-Beutenkäfer

Spermaaufnahme - eine wichtige Arbeit in der künstlichen Besamung der Bienenkönigin

Zur Ab-Hof_Messe

Österreich hat eine Vielfalt an Honigen


Beitrag eingereicht in "Bienen aktuell"

Einfluss der Sorte bzw. regionalen Herkunft auf physikalisch-chemischen Parameter des Honigs.

Pechhacker Markus und Hermann

Arbeitsgemeinschaft Bienenforschung, Department für nachhaltige Agrarsysteme, Univ. für Bodenkultur, Gregor-Mendelstr. 33, A 1180Wien, bzw. Sulzbach 1, 3293 Lunz am See (hc.pechhacker@eunet.at)

Der Wettbewerb um die „Goldene Honigwabe“ wird alljährlich auf der Ab-Hof-Messe in Wieselburg an der Erlauf veranstaltet. Der vom Österreichischen Imkerbund, bzw. IM Ing. Josef Niklas und der Messeleitung Wieselburg organisierte Wettbewerb ist ein weithin bekanntes Ereignis, zu dem jedes Jahr etwa 500 Honigproben aus ganz Österreich eingesandt werden.

Neben den sensorischen Eigenschaften Konsistenz, Geruch, Geschmack und Harmonie werden auch die physikalisch-chemischen Honigmerkmale Wassergehalt, elektrische Leitfähigkeit, Invertaseaktiviät und Gehalt an Hydroximethylfurfural (HMF) nach einem Punktesystem bewertet. Aus den dabei gewonnen Daten sollen insbesondere die Auswirkung der Einflussfaktoren Herkunft und Honigsorte untersucht werden.

1. Fragestellungen:

  1. Welchen Einfluss hat die Honigsorte, unabhängig von der regionalen Herkunft auf die Invertaseaktivität.
  2. Welchen Einfluss hat die regionale Herkunft, abgesehen von Sorteneinflüssen auf die Invertaseaktivität.
  3. Wie kann der Einfluss der Behandlung durch den Imker und hier besonders die Wärmebehandlung zur Wiederverflüssigung korrekt erfasst werden.

2. Methode:

Die Untersuchung der Honigproben erfolgte in den Labors der Landesverbände des Österreichischen Imkerbundes und die Messdaten der Methode nach Siegenthaler wurden für die weitere Auswertung von IM Anton Reitinger bzw. IM Ing. Josef Niklas dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Aus den insgesamt 1194 Datensätzen wurden zwecks einfacherer Analyse und Interpretation größere Gruppen aus ähnlichen Honigen zusammengestellt.

Für den Einflussfaktor Honigsorte wurden die Honigproben aufgrund der Herstellerangabe in die Gruppen Alpenrose, Edelkastanie, Linde, Löwenzahn, Raps, Robinie und Sonnenblume („reinsortige“ Blütenhonige) eingeteilt. Alle übrigen Proben wurden entsprechend der elektrischen Leitfähigkeit in die stichprobenstarken Kategorien Blütenhonig (< 400µS/cm), Waldblütenhonig (400-800µS/cm) und Waldhonig (> 800µS/cm) gegliedert.

Bezüglich der regionalen Herkunft wurde versucht, die Honigproben wegen fehlender Angaben des exakten Bienenstandortes entsprechend der Adresse des Einsenders einer geologischen Zone zuzuordnen. Die Honige wurden sieben Zonen zugeteilt : Böhmische Masse (~Mühl- und Waldviertel), Tertiär (Molassezone bis in das Innviertel Oberösterreichs, Wiener und Grazer Becken, weite Bereiche Burgenlands), Flyschzone, Kalkalpen, Grauwackenzone, Zentralalpen und Stadt (aufgrund besonderer ökölogischer Situation).

Die statistische Datenanalyse wurde primär in Form eines allgemeinen linearen Modells (SAS-System: General Linear Model) durchgeführt, weil dieses die simultane Berücksichtigung von mehreren festen Faktoren (Sorte und Herkunft) und Kovariaten (metrisch skalierte Einflussfaktoren wie Gehalt an HMF, Wassergehalt, Leitfähigkeit) erlaubt. Auf diese Weise kann am besten der Einfluss der verschiedenen Faktoren voneinander getrennt werden, ohne dass Information verloren geht.

3. Ergebnisse:

Als signifikant wirkende Faktoren konnten die festen Größen „Sorte“ und „Herkunft“ bzw. die Kovariate „Gehalt an HMF“ identifiziert werden. Ihre Wirkungen können bei einem P-Wert von <0,001 als „sicher“ eingestuft werden, obwohl noch eine große unerklärte Restkomponente der Streuung besteht (Bestimmtheitsmaß r²= 0,26). Der mittlere Standardfehler (Streuungsmaß) betrug 32,9.

3.1. Einfluss der Sorte:

Unter den oben genannten Bedingungen errechnete das Modell für die 11 Honigsorten die in der Tabelle dargestellten, geschätzten Faktorwirkungen. Das heißt, dass unter durchschnittlichen Produktionsbedingungen bezüglich der anderen wirkenden Faktoren regionale Herkunft und Gehalt an HMF die in der Tabelle angegebenen Invertaseaktivitäten zu erwarten sind. Dabei sind signifikante paarweise Unterschiede mit unterschiedlichen Hochbuchstaben gekennzeichnet.

2. Einfluss der regionalen Herkunft:

Für die 7 geologischen Zonen wurden folgende Effekte berechnet, die zwar ebenfalls signifikant unterschiedlich, aber meist kleiner als die Wirkungen der Honigsorten waren.

(Tabellen siehe Datei)

Geologische Zone n Proben Invertaseaktivität

3.3. Einfluss des Gehalts an HMF

Für den Einfluss des Gehalts an HMF wurde vom Modell ein Regressionskoeffizient berechnet: b=-5,6. Dies bedeutet, dass bei einem Ansteigen des HMF-Wertes um eine Einheit die Invertaseaktiviät um 5,6 Einheiten zurückgeht.

4. Diskussion:

4.1 Honigsorte

Die oben angeführten Resultate entsprechen den in Literatur gemachten Angaben zu diesem Thema. Robinienhonig weist einen sehr niedrigen Invertasewert auf und durch den Beitrag von Robiniennektar zu anderen Honigen (Sonnenblume, Blütehonig aus der selben Region) werden die Werte dieser Honigproben zusätzlich nach unten verfälscht. Um eine exakte Analyse der Auswirkungen unterschiedlicher botanischer Herkunft auf die Enzymaktivität durchzuführen, müssen daher die Honige einwandfrei einer (Haupt)Sorte zugeordnet werden können, was nur durch eine sorgfältige Pollenanalyse möglich ist.

4.2. regionale Herkunft

Natürlich gäbe es große regionale Unterschiede, wenn man den Einfluss der Honigsorte nicht berücksichtigen würde. Allerdings ist bei Berücksichtigung dieses Effekts nur mehr eine kleine Auswirkung der Region zu erkennen. Zu bemerken ist eine Abweichung der Böhmischen Masse und des Tertiär in Richtung niedrigerer Invertaseaktivität. Das dürfte dem Einfluss der Trachtpflanze Robinie zuzuschreiben sein („versteckte“ Robinie in anderen Blütenhonigen). Das heißt, ein Robinienhonig, der ja ausschließlich aus dem Tertiären Bereich stammen kann, würde laut dieser Berechung aufgrund des schlechten Abschneidens der Region nochmals eine um 8 Einheiten geringere Invertasezahl haben. Die zweite Ausnahme ist eine hohe Enzymaktivität in den Honigproben, die aus den Kalkalpen stammen, wenngleich diese Unterschiede trotz des signifikanten Nachweises nicht so gravierend sind. Hier fehlt es an einer Erklärung.

4.3. Gehalt an HMF

Da der Einfluss der Honigbehandlung nach der Entnahme aus dem Bienenvolk durch den Imker bis zur Analyse der Proben in der Untersuchungsstelle sehr uneinheitlich ist, gibt es eine breite Palette von Abweichungen von den erwarteten Werten. Dies zeigt sich auch im niedrigen Bestimmtheitsmaß bzw. im hohen mittleren Standardfehler im Vergleich zu den Unterschieden zwischen den Gruppen. Trotzdem konnte über den Gehalt an HMF, welches bei der übermäßigen Wärmebehandlung von Honig entsteht, dieser Effekt mit berücksichtigt werden. Der Zusammenhang ist über den Regressionskoeffizienten des HMF auf die Invertase gut erkennbar. Der oben angesprochenen Robinienhonig würde für jede Einheit an HMF nochmals 5,6 Einheiten Enzymaktivität verlieren. Im Durchschnitt aller Robienenhonige lag der HMF- Wert bei 0,6, was einer zu erwartenden Minderung von 3,4 Einheiten Ivertaseaktivität entspricht. Tatsächlich liegt der Mittelwert (ohne Berücksichtigung der Faktoren regionale Herkunft und Gehalt an HMF) der Robinienhonige bei nur 68 Einheiten der Invertaseaktivität.

Wenn man die Ergebnisse diskutiert, muss man bedenken, dass bei diesen Honigproben ein nicht erfassbarer Einfluss des Imkers vorhanden ist: Wie hat der Imker seinen Honig behandelt? Wanderte der Imker mit seinen Völkern in andere Regionen? Wann hat er letztendlich seinen Honig geschleudert? Entsprach seine Honigbezeichnung tatsächlich der genannten trachtmäßigen Herkunft?

In weiteren Untersuchungen zu diesen Fragen sollten daher nur sowohl regional als auch trachtmäßig authentische Honige herangezogen werden. Das bedeutet, dass die Honigproben direkt von der Schleuder und nur von Standimkereien gezogen werden müssen und eine korrekte Pollenanalyse die trachtmäßige Herkunft bestimmt.

Abb.: Die Vielfalt unserer österreichischen regionalen und trachtmäßigen Honigspezialitäten spiegelt sich in der Farbenvielfalt der für die Verkostung vorbereiteten Becher anlässlich der Ab-Hof-Messe wider.

17. ACA-Tag und nächste ACA - Mitgliederversammlung am Samstag, 26. Juni 2010 in St. Valentin bei den Kollegen Geiblinger / Marcher

Rundschreiben April 2010 siehe Aktuelles

ACA-Belegstellendienst 2010 siehe unter Belegstellen