Aktuelles

Zucht und Selektionsmethoden in der ACA

Ab dem Jahr 2005 änderten sich die züchterischen Maßnahmen der ACA gravierend. Die
neue wissenschaftliche Erkenntnis, dass in Bienenvölkern der Rasse Carnica doch gewisse Abwehrstrategien der Bienen gegen die Varroa-Milbe vorhanden sind , motivierte eine kleine
Gruppe von ACA-Züchtern aus Österreich sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. Sehr bald
gab es, mit Hilfe der Selektions-Methoden der AGT, erste Erfolge, Bienenvölker herauszufiltern,
die aufgrund eines gesteigerten Bruthygieneverhaltens ein wesentlich geringeres Milbenauf-
kommen aufwiesen. Noch wussten wir nicht welche Mechanismen in den Bienenvölkern
vorhanden sind, die eine deutliche geringere Varroa-Entwicklung hatten. Es gab bei Völkern,
die ein sehr gutes Bruthygieneverhalten beim Nadeltest aufwiesen, interessanterweise
gravierende Unterschiede in der Milbenentwicklung. Daher wurden Völker und deren Nachkom-
men, die diese positiven Eigenschaften zeigten, in ein Schutzgebiet gebracht, welches zugleich
auch als (Toleranz-)Belegstelle genutzt wurde. Der Erfolg dieser Strategie war zum Teil
ernüchternd, denn trotz des hohen Arbeitsaufwands gab es leider noch zu wenige Königinnen
mit einer verminderten Milbenreduktion. Dennoch waren wir der Ansicht, dass man bestimmte
Merkmale in eine Zuchtpopulation am besten über die kontrollierte Anpaarung mit vorselektierter
Drohnen einbringt. Jahr für Jahr verbesserte dies zusammen mit der künstlichen Besamung
konsequent die Varroa-Abwehr unserer Völker.

Mittlerweile stieg die generelle Varroa-Abwehr weiter an, und es waren immer mehr Königinnen
mit einer immer stärker ausgeprägten Varroa-Abwehr in den Prüfkolonien. Mit diesen ersten
Erfolgen wuchs auch die Begeisterung an der Arbeit. Es wurde eine eigene Arbeitsgruppe
innerhalb der ACA gegründet mit definierten Aufgabenbereichen. 2011 wurde Sperma aus
Deutschland bezogen, welches sich positiv auf die Leistung unserer vorselektierten Königinnen
auswirkte. Bei fast allen Völkern von Königinnen, welche mit diesem Sperma besamt wurden,
zeigte sich ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Bruthygieneverhalten. Nur das Problem mit
der erwünschten Erbfestigkeit blieb leider weiterhin bestehen. Wir mussten uns also Gedanken
über eine zielführendere Verpaarung der Königinnen machen. 2014 wurden die ersten Versuche
der Besamung mit einem Drohn je Königin gemacht. Die Technik war nicht neu und ist früher für
andere Merkmale angewandt worden. Es ist eine hervorragende Möglichkeit die Genetik der Königinnen und ihre Anpaarung in einzelne Teile zu „zerlegen“. 2015 besamten wir, von zwei verschiedenen Abstammungen je 20 Königinnen mit je einem Drohn einer vorselektierten Königin.
Davon zeigten acht Königinnen nach verschiedenen Testmethoden (Brutauszählen) ein ausge-
prägtes VSH Verhalten. Von den fünf besten Königinnen wurden noch 2015 ausreichend Nach-
zuchten angelegt. Somit konnten wir 2016 erstmals auch auf einer Belegstelle und in der
Besamung Genetik aus der Selektion der besten mit einem Drohn besamten Königinnen verwenden und einer breiteren Masse an Züchtern zugänglich machen. 2016 wurden erneut Königinnen mit einem Drohn besamt. Die Auswertungen werden im nächsten Jahr erfolgen. Voraussichtlich wird eine zentrale Auswertungsstelle nach Kirchhainer Vorbild installiert. Ein nachhaltiger Erfolg unserer Arbeit wird möglicherweise davon abhängig sein, wie wir das Erarbeitete speichern können.
Wahrscheinlich wäre es von Nutzen, sichere Schutzgebiete (Genspeicherorte) zu installieren, in welche wir laufend die neueste und beste Genetik einbringen und welche wir auch als Belegstellen verwenden, aber auch die Bereitschaft anderer Züchter (Genetische Vielfalt) sich an der Arbeit zu beteiligen.

Reaktion von Prüfkolonien, die Königinnen wurden mit einem Drohn besamt, auf einge-
brachte Varroa-Milben

Ausprägung bei Ertragsvölkern mit selektierten Königinnen - Wichtig ohne Nachkommen in
den Zellen

Königinnenverteilung

Königinnentausch noch möglich !

Dieses Jahr haben wir am ACA Tag in Lunz am See bereits mit einer anonymisierten
Durchführung der Königinnenverteilung begonnen. Dazu ist es unbedingt notwendig,
dass Sie die Königinnen ungezeichnet, ohne gestutztem Flügel oder jeder anderen
Markierung versendet werden.
Wer noch interessiert ist an einem Königinnentausch mitzumachen, sollte sich umgehend
an Pölzl Hubert, Tel. +43(0)664 8140978 oder per Email poelzl.hubert@aon.at wenden.

Folgende Vorgangsweise ist zu beachten:

> Mehrere Züchter tauschen unterenander (Ringtausch), auch je Bundesland möglich !
> Anmeldung der Königinnen des Züchters bei Pölzl Hubert
> Versand an die Verteilerstelle
> Registierung anhand der Zuchtausweise und Vergabe der Losnummer
> Verteiler teilt die Königinnen zu bzw. auf
> Rückgabe an die Prüfer
> Datensatz wird an den jeweiligen Prüfer gesendet (zu finden im persönlichem
Zuchtbuch unter http://www.beebreed.eu/)
> Leistungsprüfung 2017

Projekt GeSeBi

Wie sie wissen, werden heuer und nächstes Jahr Proben für das Projekt GeSeBi
gesammelt.
Leider sind bis jetzt noch relativ wenige Proben eingelangt, und es wäre äußerst schade, wenn ein Projekt, für welches die Betreiber einige Jahre Vorarbeit leisteten, jetzt an der zu geringen Stichprobenzahl scheiterte. Wir bitten Sie daher alle Prüfköniginnen (Geburtsjahr 2015 oder älter), die Sie nicht mehr benötigen an Frau Dr. Strauß zu senden (Kontakt).


Mitglied werden...

Bankverbindung der ACA:

Raiffeisenbank Region Eisenwurzen

Kontnr.:
607218

BLZ:
32939

oder

IBAN:

AT 7832 9390 0000 6072 18

BIC:

RLNWATWW939