Vereinskontakt:
ACA - Austrian Carnica Association
Kleine Seeaustrasse 10
3293 Lunz am See
Telefon 07486 8989
E-Mail: hc.pechhacker@aca.at
In Österreich gibt es von Natur aus zwei Bienenrassen (Unterarten):
Die Carnica ist die heimische Biene südlich der Alpen und im Osten von Osttirol, Kärnten, Steiermark, Burgenland, Wien und Niederösterreich. Im Ennstal, Teilen Oberösterreichs und Niederösterreich gab es zum Teil natürliche Rassenmischgebiete. Hier kamen natürliche Kreuzungs bienen zwischen diesen beiden Rassen vor.
Literatur: F. RUTTNER (1992) „Naturgeschichte der Honigbienen“, Ehrenwirth Verlag, München
![]() Carnica-Bienenstand (Dauerstand mit bis zu 750 Völker) in Chile | ![]() Die ACA-Belegestelle "Jägertal" |
Das Verbreitungsgebiet:
Die Heimat der Carnica war südlich des Alpen – Karpaten – Bogens, von Osttirol und Istrien über den Balkan, Süd- und Ostösterreich, Ungarn, östliches Tschechien, Slowakei bis Siebenbürgen (Rumänien).
Vor allem Deutschland, fast ganz Österreich, Polen, ganz Tschechien und großteils auch die Schweiz sind heute geschlossene Carnicagebiete. Die Verdrängung der Mellifera durch die Carnica begann schon ab 1920 und wurde dann vor allem in Deutschland nach 1945 vollendet.
Heute findet man Carnica in der ganzen Welt. In den letzten Jahren wurden Carnica-Königinnen oder Drohnensperma aus Österreich und Deutschland nach Chile, Neu Seeland oder in die USA exportiert.
Noch in Jahren um 1950 wurde der Carnica starker Schwarmtrieb nachgesagt, da vor allem nach Deutschland Naturschwärme mit Carnicabienen von Bauerstock-Imkern aus Kärnten und Slowenien exportiert wurden. Diese Bienen waren auf Grund der negativen Auslese tatsächlich sehr schwarmlustig.
Aber bereits ab 1900 begannen vor allem in Österreich Imker (Stumvoll, Sklenar, Wrisnig, Peschetz, Dürminger und viele andere) die Carnica auf Honigleistung, Sanftmut und Schwarmtägheit zu selektieren. Die Brüder Hans und Friedrich Ruttner begannen dann ab 1948 in der damiligen Bundesanstalt für Bienenkunde mit wissenschaftlich fundiert Zuchtarbeit. Franz Pirchner schätzte 1954 anhand der von den Ruttner´s gesammelten Leistungsprüfdaten erstmals die Erblichkeit der Honigleistung.
Heute ist die Carnica dank der Arbeit besonders der Zuchtverbände ACA und AGT (Arbetisgemeinschaft Varroatoleranzzucht, Deutschland) die einzige Bienenrasse, die nach den modernsten Erkenntnissen der Tierzucht selektiert wird. Dies wirkt sich auch messbar im TZuchtfortschritt aus. In den letzten Jahren wurde in der Wissenschadft und in der Arbeit der Zuchtverbände intensiv an der Selektion auf bessere Varroatoleranz hingearbeitet.
Die Carnicabiene ist heute leistungsfähig, sanft, schwarmträge und zunehmend toleranter gegenüber Varroa destructor.
Die morphlogischen Eigenschaften der Carnica wurden und werden auf der Basis der Erkenntnisse von Götze und Friedrich und Hans Ruttner in der Zuchtarbeit laufend kontrolliert. Die Carnica zeichnet sich von natur aus durch trotz der dunklen Panzerfarbe durch ihr graues Erscheinungsbild aus. Dies kommt durch die dichte, kurze Behaarung und die breiten, ebenfalls sehr dicht und kurz behaarten Filzbinden (Haarbänder) an den Hinterleibssegmenten zustande. Ein besonderes morpjologisches Rassenmerkmal für die Carnica ist auch der hohe Cubital-Index. Die natürliche Variationsbreit lag bei einem Indexwert von 2,56 und aufwärts. Zuchtlinien weisen heute durchwegs einen Index-Mittelwert von 3,0 oder höher auf.
![]() Die Mellifera |
Das Verbreitungsgebiet:
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Unterart A.m. mellifera reichte von den Pyrenäen nördlich der Alpen und Karpaten bis zum Ural. Dazu gehörten auch die Britischen Insel und Skandinavien,
Heute ist reine dunkle Biene nur noch inselweise in Frankreich (bes. Bretagne), wenig in der Schweiz, eine für die Zuchtarbeit noch halbwegs brauchbar große Population in Österreich und in kleinen (Schutz-)Gebieten mit Mellifera in Dänemark (Insel Laeso), Norwegen und Schweden zu finden. Mellifera wurde von der Carnica, der Ligustica und von den verschiedensten Kreuzungsbienen verdrängt. Sie gehört heute zu den besonders gefährdeten Nutztierrassen.
Eine erfreuliche Nachricht aus Belgien (9. Juni 2008):
Hello,
I read your page http://www.aca.at/index.php?seitenId=5 where you explain where apis mellifer mellifera can be found.
I would like to suggest that you should really add to your page that apis mellifera mellifera, very pure, can also be found in Belgium, in a protected zone.
If you visit http://www.mellifica.be, that the black bee in this area, is not only pure,
but very gentle and easy to work with, no need for complicated and heavy equipment to approach this
selected bee. I know you will likely never work with it, but when you update your site, maybe you can
shine a new light on this bee, which generally hasn't a reputation for being sweet. Not as much as a
carnica, of course, but very gentle though.
Maybe you could collect informations contacting Mr. Guerriat from the site if you wish to add informations about it.
I'm working with carnica bees in Bulgaria, but will add mellifera mellifera from Mr Guerriat to my apiary in Belgium next season.
Accept my best regards
Frank Paris
Die Mellifera ist eine „sparsame“ Biene. Gut an rauhes Klima angepasst. Ihr wurde immer späte Entwicklung im Frühjahr und eine ausgeprägte Schwarmträgheit nachgesagt. Selektierte Mellifera ist heute in Österreich durchaus mit der Carnica vergleichbar. Sie ist sanft, bringt zufrieden stellende Leistung. Untersuchungen in Deutschland zeigten bei den Völkern der dunklen Biene eine geringere Varroavermehrung.
Ihr dunkles Aussehen rührt vom dunklen Chitinpanzer, der schütteren, aber langen Behaarung und den schmalen Filzbinden an den Hinterleibsringen her. Sie hat im Gegensatz zur Carnica einen sehr niedrigen Cubital-Index (<2,00)
Für die dunkle Biene ist es heute ganz besonders wichtig, dass in der noch vorhandenen Population eine intensive Zuchtauslese betrieben wird. Nur eine gute Wirtschaftlich und ein gute Verhalten der Bienen kann die gefährdete Bienenrasse noch erhalten. Gesetzlich verordnete Schutzgebiete sind – wenn die Biene nicht in Wirtschaftlichkeit und Verhalten weiterentwickelt – lediglich Ghettos, die den Verlust dieser Unterart nur verzögern, aber letztlich nicht verhindern können.
Rundschreiben April 2010 siehe Aktuelles
ACA-Belegstellendienst 2010 siehe unter Belegstellen
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