Vereinskontakt:
ACA - Austrian Carnica Association
Kleine Seeaustrasse 10
3293 Lunz am See
Telefon 07486 8989
E-Mail: hc.pechhacker@aca.at
Zucht dient dem Schutz der heinmischen Bienenrassen.
Wichtige Begriffe sind
- das Allel = eine mögliche Ausprägung an einem bestimmten Genort (Locus); Mz. Allele (z.B. gibt es für den Genort „Färbung des Chitinpanzers“ u.a. die Allele gelb(G) und schwarz (g).
- Genotyp: Tierische und Pflanzliche Organismen besitzen eine diploiden (doppelten) Chromosomensatz. Sie haben also für einen Genort immer 2 Allele, die die tatsächliche Gestaltung der Eigenschaften bestimmen.
- Phänotyp: ist das Ergebnis, das nach außen sichtbar ist. Das Erscheinungsbild der Organismen ist abhängig vom Genotyp und auch Umwelteinflüssen (für die Panzerfarbe aber nur in untergeordneter Rolle).
Der Zuchterfolg
SE = SD x h2
SE = Selektionserfolg (Zuchterfolg) pro Zuchtgeneration
SD = Selektionsdifferenz (Differenz im Selektionsmerkmal zwischen dem Durchschnitt aller Prüfvölker einer Zuchtpopulation und dem Durchschnitt der eingesetzten Zuchtmütter)
h2 = Heritabilität (Maß für die Erblichkeit des Selektionsmerkmales)
Das ist eine heute schon überholte Formel, die im Prinzip nur für die Eigenleistung gilt. Die heutige Berechnung des Zuchterfolges erfolgt unter Einbeziehung aller verwandten Tiere.
Einige allgemeine, aber wichtige Dinge der Zucht:
Zuchtzielformulierung:
- das Zuchtziel (Leistungsprüfkriterium) – was will ich durch Zuchtauslese erreichen, muss klar formuliert sein
- dabei ist es wichtig, dass dieses Zuchtziel permanent und konsequent verfolgt wird. Ständiges Wechseln von Zuchtzielen führt zu nichts.
- Zuchtziele müssen auch bei der Biene wirtschaftlichen Zielen folgen (honey is money, Varroatoleranz, Sanftmut, Wabensitz und Schwarmneigung sind ebenfalls wichtig. Nosemaanfälligkeit z.B. kann unbeachtet bleiben, da diese die Honigleistung beeinflusst und indirekt mit dieser selektiert wird).
- Mehrere Zuchtziele (Selektionskriterien) können nach einer (wirtschaftlichen) Gewichtung zu einem Selektionsindex zusammengefasst werden.
- Man kann auch ein primäres Selektionskriterium wählen (z.B. die Honigleistung, weil diese klar monetär gewichtet werden kann) und die anderen Kriterien sekundär berücksichtigen oder z.B. für die Sanftmut ab einem gewissen (niedrigen) Zuchtwert einen „Ausschlußwert“ festlegen – das heißt, von einem aggressiven Volk wird auch bei bestem ZuchtwertHonig nicht nachgezogen oder umgekehrt bei einem besonders gutem ZuchtwertVarroatoleranz wird auch bei schlechterem ZuchtwertHonig die Königin zur Nachzucht für die nächste Generation herangezogen.
Jeder Punkt ist für den Erfolg der Zucht wichtig! Wichtig dabei ist besonders auch die Berücksichtigung aller neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse! Die Zusammenarbeit der ACA mit der deutschen AGT garantiert die Optimierung der Zuchtarbeit.
Der Zuchterfolg in einer anderen Berechnung:
Delta G / Jahr = (i . rIG . sg) / T
Delta G / Jahr = Zuchtfortschritt (Zuchterfolg) pro Jahr; um wie viel kg Honig steigt in der Zuchtpopulation die durchschnittliche Leistung pro Jahr (nach letzten Berechnungen von Bienefeld derzeit um rund 0,25 kg pro Volk und Jahr)
i = Selektionsintensität; wie viel Prozent Tiere von der Gesamtanzahl der geprüften Tiere werden zur Nachzucht verwendet (ohne dass Inzuchtgefahr besteht). Je größer die Anzahl der Prüfvölker (Zuchtpopulation), desto größer ist der Faktor i. Daher ist (internationale!) Zusammenarbeit in der Zucht / in einem Zuchtverband enorm wichtig. Der Einzelzüchter wird bei (quantitativen Leistungs-) Merkmal wenig erreichen.
rIG = Korrelation zwischen tatsächlichen (genetischen) Zuchtwert und geschätztem Zuchtwert; Genauigkeit der Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung. Dieser Faktor von h2, von der Genauigkeit der Merkmalsbeurteilung und Methode der Zuchtwertschätzung beeinflusst. h2 ist von der Natur vorgegeben, die Genauigkeit der Merkmalsbeurteilung hängt einerseits von Methode und Sorgfalt der Leistungsprüfung und andererseits (bei der Biene) von der Prüfgruppengröße / Prüfgruppenanzahl (und damit von der Prüfvölkeranzahl) ab, weil ich bei einer großen Population größere Prüfgruppen von einer größeren Anzahl von Zuchtköniginnen genauer prüfen kann. Einen großen Einfluss auf den Faktor rIG hat auch die Methode der Zuchtwertschätzung. Die derzeit eindeutig beste Methode ist das von Bienefeld verwendete BLUP Tiermodell (BLUP steht für „die beste unvoreingenommen Vorhersage“). Dabei ist es besonders wichtig, dass neben der Eigenleistung auch die Leistung verwandter Tiere in die Zuchtwertschätzung einbezogen werden können
sg = genetisch additive Varianz; Größe der tatsächlich vererbbaren genetischen Unterschiede zwischen den geprüften Tieren. Dieser Faktor ist von der Natur vorgegeben und kann nicht beeinflusst werden, außer man bringt fremdes, genetisch besseres Material in die Population ein; zu beachten: bessere Leistung durch Heterosis (durch Kreuzung) ist nicht vererbbar!
T = Selektionsintervall in Jahren; in welchem Intervall kommt es zu einer neuen Prüfgeneration / Generation von Zuchttieren – bei der Honigbiene T = 2 (jedes zweite Jahr eine neue Generation, bei intensiver internationaler Zusammenarbeit z.B. zwischen Europa und Chile wäre sogar 1 Generationen pro Jahr möglich; T = 1). In der Bienenzucht kann / soll nach jedem Prüfjahrahr eine neue Generation von Prüfvölkern neuer Zuchtvölker / Drohnenvölker angelegt werden.
HP, 4.11.08
ZUCHT IST FORTSCHRITT - FORTSCHRITT FÜR ALLE IMKER UND NICHT NUR FÜR DEN ZÜCHTER SELBST!
Die Lebensnummern bleiben immer gleich - ausser das Jahr wird jeweils geändert
Der Einfachheit halber wurde schon für 2006 vereinbart, dass die Lebensnummern (den Lebensnummernblock) von 2006 an beibehalten und nur die Jahreszahl z.B. auf 2007 oder 2008 usw. geändert werden muss.
Die komplette Lebensnummer sieht dann laut dem Beispiel Betrieb 110 so aus:
99 – 110 – 10001 – 2007
99: Ländercode für Österreich
110: Persönliche Betriebsnummer
10001: Die erste Lebensnummer des 2006 zugewiesenen Lebensnummernblockes 10001 bis 10300. Die erste Ziffer (in diesem Fall die 1) entspricht dem Bundesland.
2007: Jahr
Für die laufende Arbeit im Zuchtbuch wird zum Beispiel nur die Nummer 10001 2007, 10002 2007 usw. verwendet Im Zuchtausweis (wenn eine Königin verkauft oder zur Fremdprüfung weitergegeben wird) und in der Standliste gebt aber für die Königinnen unbedingt dann die gesamte Nummer mit 99 (= ACA) und der Betriebsnummer (im Beispiel 110) an (siehe oben)!!!
Wer Lebensnummern braucht, weil mehr oder überhaupt welche gebraucht werden; melde sich beim zuständigen Landesbeauftragten oder bei
Hermann: 07486 8989 und hc.pechhacker@eunet.at oder Ortwin Lamprecht: 04268 / 27 80 und lamprecht.aca@aon.at
Gedanken zur Zuchtwertschätzung der ACA
Grundlegende Überlegungen – 4 Tatsachen:
Alle diese züchterischen Tatsachen werden in dem Verfahren zur Zuchtwertschätzung berücksichtigt, das die ACA gemeinsam mit dem deutschen Zuchtverband AGT verwendet. Es wird als BLUP-Tiermodell bezeichnet und ist heute auch der Standard in der ZWS für Rinder, Schweine und sogar für Rassehunde! BLUP steht für „best linear unbiased prediction“ (beste lineare unverzerrte Schätzung – die geschätzten Zuchtwerte zeigen Minimumvarianz zu den tatsächlichen unbekannten Zuchtwerten). Tiermodell steht dafür, dass aufgrund des Stammbaumes aller Zuchttiere alle Leistungen von verwandten Tieren, gewichtet nach dem Grad des Verwandtschaftsverhältnisses zum Prüftier, bei der Berechnung der Zuchtwerte berücksichtigt werden. Außerdem werden für alle Leistungsmerkmale Zuchtwerte aufgrund der „Königinnen-“ und „Arbeiterinneneffekte“ berechnet. Zuchtwerte werden errechnet für Honigleistung, Varroatoleranz, Sanftmut, Wabensitz und Schwarmneigung.
Diese und weiterführende Informationen können sie auch auf der Homepage des Länderinstitut für Bienenkunde in Hohenneuendorf (Berlin) nachlesen: www2.hu-berlin.de/bienenkunde. Dr. Kaspar Bienefeld ist dort für die Zuchtwertschätzung verantwortlich. MP, 22.11.07
______________________________________________________________________________________
Zuchtwerte für neu in Zuchtauslese genommenes Material und
Hinweis zur Auswahl der Drohnenvölker
Weil es auch interessant ist (besonders zur Auswahl der Drohnenlinien für die Belegstellen), für die Mütter der Prüfköniginnen Zuchtwerte zu haben (wenn neue Herkünfte aufgenommen werden), nachstehend folgender mit Bienefeld abgesprochener Vorgang (das gilt für jede neu in die Zuchtauslese hereingenommenen Linien / Prüfgruppen!):
Ein allgemeiner Hinweis:
Für die Auswahl der Drohnenlinien muss der Zuchtwert der Mutter der Drohnenvölker herangezogen werden. Der Zuchtwert der Mutter wird bei der Zuchtwertsschätzung ihrer Töchter unter Berücksichtigung auch dieser Töchterleistungen verändert. Das heißt, dass der Zuchtwert der Mutter der gewünschten Drohnenvölker dem Zuchtwert der Drohnen selbst entspricht. In der Liste der Drohnenvölker ist dies auch jeweils berücksichtigt. HP, 13.11.07
Das „Varroa-Toleranzzucht-Projekt“ von AGT und ACA
Im Rahmen des vom deutschen Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung finanzierten „Varroatoleranzzucht-Projektes“ fand am 6. November am Bieneninstitut Kirchhain eine „Projektratssitzung“ statt. Das Ziel dieser Sitzung war eine Erhebung des Projekterfolges und ein Ausblick über die weitere Zukunft bzw. die Umsetzung der Projektergebnisse in der breiten Imkerschaft.
In diesem Projekt arbeiten sechs Institute und Mitglieder der AGT (Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht = Deutscher Zuchtverband) und der ACA zusammen. Die exzellenten wissenschaftlichen und praxisrelevanten Ergebnisse sind Ansporn für die Fortsetzung der Arbeit! Die Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis und die intensive Fortführung der Arbeit wird einen deutlichen Fortschritt für die gesamte Imkerschaft bringen.
Mehr zu diesem Thema und genauere Ergebnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt geboten.
(HP, 8.11.2007)
Rundschreiben April 2010 siehe Aktuelles
ACA-Belegstellendienst 2010 siehe unter Belegstellen
![]() |
PDF & XLS Formulare Download: